Suchst du noch oder baust du schon? Effizienz im Schaltschrankbau

Shownotes

Unser Energiesystem wird elektrisch und smart, dafür brauchen wir in den kommenden Jahren zig Millionen neuer Schaltschränke. Sie sind das Gehirn von Stromnetzen, aber auch von Maschinen und Anlagen. Der Bedarf ist riesig, die Zahl der Schaltschrankbauer jedoch begrenzt – auch weil Fachkräfte fehlen. Wie können wir das lösen? Mit Effizienz im Schaltschrankbau. Fabian Bertelsmeier und Christoph Marten helfen der Branche, sich fit für die Zukunft zu machen: Mit Lösungen für Arbeitsplatzsysteme, die individuell zugeschnitten oder „von der Stange“ sind – und das (Arbeits-)Leben leichter machen, nach dem Motto „jeder Griff ein Treffer“. Davon erzählen die beiden Schaltschrankbau-Experten in diesem Podcast.

Übrigens: Einblicke in den Schaltschrankbau in Deutschland gibt’s in der gleichnamigen Studie. Mehr über die All Electric Society.

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00:00:04: Morgens vor dem ersten Kaffee kritische Phase.

00:00:08: Socken-Schublade, Pulloverfach, Hosenstange – da muss jeder Griff sitzen!

00:00:13: Aber das modulare Schranksystem macht's ja möglich.

00:00:17: Was wenn das Prinzip im Schaltschrankbau genauso funktioniert?

00:00:21: Nach dem Motto suchst du noch oder baust du

00:00:23: schon?!

00:00:24: Herzlich willkommen bei Elektrisiert, den Podcast von Phoenix Contact mit Christina Janich.

00:00:29: Jeder griff ein Treffer?

00:00:31: Klar, das hat dem Schaltschrankbau wenig mit Morgenmuffel leidzutun.

00:00:34: In der Branche geht's viel mehr um Effizienz schon allein weil bis zum Jahr- und Jahrzehnt.

00:00:40: Mehr als fünf eineinhalb Millionen Schaltschlänke gebraucht werden nur um Energienetzer auszubauen und zu modernisieren.

00:00:47: Und Fachkräfte sind rar.

00:00:49: wie das trotzdem gelingen kann darüber spreche ich mit Christoph Maarten und Fabian Bertelsmeier.

00:00:54: Hallo ihr zwei schön dass ihr da seid.

00:00:58: Ihr beide seid Experten für Schaltschrankbau.

00:01:01: Was heißt das genau?

00:01:02: Jeder in einem Satz, Christoph fangt du mal an.

00:01:05: Ja, Experte im Schaltsschrankbauer heißt für mich, dass es eigentlich mein tägliches Brot ist zu Schaltscharangbauern zu fahren und dort Prozesse gemeinsam mit den Mitarbeitern zu optimieren.

00:01:13: Fabian!

00:01:14: Und ich höre Christoph sehr gut zu und bin auf der Suche nach neuen Produktideen die den Schaltschanmbauern, also die Effizienzen bei den Schalschanmbaurern steigern können.

00:01:23: So ein Schallschrank gilt ja als Gehirn von Maschinen und Anlagen zum Beispiel.

00:01:28: Die Schall-Schrankbauer sind dann ... Was sind die, Neurochirurken?

00:01:32: Wie würdet ihr das nennen?

00:01:33: Also was brauchen sie auch um so einen Gehirnen zusammenzubauen?

00:01:37: Ja, die brauchen erst mal einen guten Plan damit Sie wissen, was kommt eigentlich alles rein in diesen Scheißschrank.

00:01:43: Und da brauchen sie eine gute Art und Weise, das Ganze zusammen zu bauen also eine Methodik, Arbeitsplätze, Equipment, Werkzeuge usw..

00:01:53: Ich würde sagen, um die Analogie wieder zur Medizin zu bringen ist wir brauchen mehrere Fachdisziplinen.

00:01:58: Den Allgemeinmediziner und aber auch den Herzchirurgen der Programmierung vornimmt, den Takt gibt.

00:02:03: für den Schaltschrank für die Funktionen sind verschiedenste Fachdiszieplinen, die einen Schaltsschrankbauer braucht.

00:02:08: Die da zusammenkommen?

00:02:09: Wir haben es eben ja schon so ein bisschen angedeutet, jeder Handgriff sollte irgendwie sitzen, sollte immer klar sein wo was ist.

00:02:14: das ist ja immer wenn's um Effizienz geht sinnvoll.

00:02:18: Und was auch noch ganz wichtig ist, der Arbeitsort.

00:02:21: Der Arbeitsplatz, der beim Bauen vielleicht anleitet und sagt, was ich als Nächstes tun muss?

00:02:27: Das wäre ideal, wenn man im Grunde genommen jeden Werker davor stellen könnte und die Einweisung bekommt wie ein Schaltschrank letztendlich zusammengebaut werden muss ohne dass man elektrotechnische Kenntnisse hat.

00:02:39: Da gehen wir genauer drauf ein.

00:02:42: Was das dann am Ende bringt ... Aber lasst uns doch diesen Arbeitsplatz beschreiben, Christoph.

00:02:49: Wie entsteht der eigentlich?

00:02:51: Also du hast eben schon gesagt, dass du direkt zu den Schaltschrankbauern hingehst und mit denen irgendwie was austüftelst.

00:02:57: oder wie läuft das?

00:02:59: Genau!

00:02:59: Eigentlich ist es immer so.

00:03:00: die drei Schritte kann man sich vorstellen Analyse-Konzeptumsetzung Und in einer Analysel.

00:03:05: gucken wir uns erst mal an, wie arbeiten sie heute?

00:03:07: Wie sieht der Arbeitsplatz heute aus?

00:03:10: In der Regel ist es im Schaltsschrankbau so die klassische Werkbank also vier Beine eine Platte.

00:03:16: Das ist natürlich nicht gerade ein sehr effizienter Arbeitsplatz, weil viel Fläche, viele Möglichkeiten zu arbeiten also wenig Standards.

00:03:24: Und da versuchen wir mit den Mitarbeitern gemeinsam zu überlegen wie könnte ein Arbeitsplatz aussehen der perfekt so dem Prozess passt?

00:03:29: Also mal nicht direkt vom Arbeitsplatz zu kommen oder in Katalog zu schauen sondern zu schauen was musst du alles für kleine Schritte machen für Handhabung und wie könnte dich einen Arbeitsplatz optimal dabei unterstützen?

00:03:42: Und das werden wir mit den gemeinsam austüfteln sozusagen.

00:03:45: Das heißt, da haben wir so eine Methode die heißt Cardboard Engineering wo die selber mal Prototypen von solchen Plätzen bauen können, die testen können und wenn sie damit zufrieden sind dann setzen wir die auch gemeinsam um.

00:03:55: Du sagst bauen du sagst Cardboard?

00:03:57: Das klingt für mich nach Pappe Geschenkpapierrollen.

00:03:59: ich weiß ja wie sie aussehen aber beschreib doch mal!

00:04:02: Genau also wir bringen diese... Ich sage mal in Anführungsstrich hier Geschenkkapierollen mit die halt ein bisschen härter sind damit man damit bauen kann verschiedene Verbinder platten Und dann geht es darum, eigentlich die Kreativität so ein bisschen anzukurbeln und mal zu überlegen.

00:04:16: Wie könnte ich diese Stangen so aufbauen lassen recht ergonomischer und effizienter Arbeitsplatz rauskommt?

00:04:21: Also die bauen zwei drei vier Stunden und basteln diese Rohre zusammen das nachher in den Arbeitsplatz heraus kommt der relativ echt aussieht aber ist immer noch im Pappe.

00:04:30: Es ist halt nur ein Prototyp.

00:04:31: Was ist denn dein Job Fabian?

00:04:33: also das klingt jetzt sehr maßgeschneidert für jeden Kunden.

00:04:36: Genau, Christoph ist immer sehr individuell bei den Kunden unterwegs und wir aus dem Produktmarketing beobachten halt sehr genau was eben auch für die breite Nützlichkeit ein kann.

00:04:45: Das heißt aus ganz vielen Konsaldingprojekten versuchen wir halt den Bedarf für möglichst viele Kunden zu identifizieren um eben Standardprodukte da eben rauszuentwickeln, um die Analogie zu schaffen.

00:04:56: Zum Möbelhersteller wäre Christoph eher als Tischler unterwegs und ich bin dann eher so das Möbelhaus, dass möglichst einen modularen Baukasten haben

00:05:05: möchte.".

00:05:05: Wie ist denn diese Idee bei Phoenix Contact eigentlich entstanden?

00:05:08: Sowas zu bauen oder auch so zu machen wie ihr es macht?

00:05:12: Bei uns?

00:05:12: die Grundidee, Arbeitsplätze auf so eine Art und Weise zu gestalten und zu bauen ist eigentlich in den eigenen Produktionen entstanden.

00:05:19: Weil wir in der Phoenix-Produktion schon vor fünfzehn Jahren uns überlegt haben wie müssen eigentlich Arbeitsplätzen aussehen damit wir optimal ne Klemme bauen können oder ne Klemmenleiste oder Geräte für einen Überspannungsschutz?

00:05:30: Und da haben wir diese Methode damals schon erlernt.

00:05:34: Mit der Erfahrung, wie wir mit dieser Methode umgegangen sind, haben wir irgendwann gesagt, das können wir auch unseren Kunden im Schaltschrankbau anbieten.

00:05:40: Also eigentlich lange erlernt und validiert diese Methodik intern und jetzt bieten wir es den Kunden draußen

00:05:45: an.".

00:05:46: Die aber wahrscheinlich ganz angetan sind davon?

00:05:48: Ja tatsächlich!

00:05:49: Das Thema kommt sehr gut an weil es eben auch den Zahn der Zeit trifft gerade in Hochlohnländern in Europa eben auch effizienz zu steigern wettbewerbsfähig zu sein auch mit dem Fachkräftemangel umgehen zu können.

00:06:05: Was heißt das konkret?

00:06:06: Was muss ein Schallenschrankbauer mitbringen an Background eigentlich, wenn man absieht von den Effizienzmaßnahmen, die wir bei Phoenix-Kontakt möglich machen?

00:06:13: Üblicherweise trifft man in der Werkstatt, also da wo die Schallschränke gebaut werden, Elektrofachkräfte, Elektronika zum Beispiel, die dann letztendlich auch den gesamten Schallschrank ... von vorne bis hinten aufbauen, auch sehr viele Tätigkeiten machen für die sie eigentlich überqualifiziert sind.

00:06:29: Kommissionieren vorbereitende Mechanische tätigkeiten am Schaltschrank und um Effizienz steigern zu können und dem Fachkräftemangel eben auch zu entgegnen ist es natürlich vom Vorteil wenn man gewisse Tätigkeit auch auslagern kann an Mitarbeiter die eben angelehnt sind und keine Elektrofachkräfte die Mangelware sind auf den Markt.

00:06:51: Das heißt, da kommen wir jetzt dazu.

00:06:53: Dass es ja auch eine gewisse Anleitung geben muss?

00:06:55: Wann musste ich eben was greifen?

00:06:56: Wir haben ja vorhin schon mal kurz drüber gesprochen und das läuft ja richtig über so ein iPad oder einen Touchpad oder wie.

00:07:02: Genau also wir haben zum Beispiel Arbeitsplatzlösungen die können aus Konsaltingprojekten entstehen oder auch bei uns von der Stange gekauft werden die letztendlich basierend aus den Engineering-Daten eine Stück für Stück Anleitung generieren.

00:07:16: Also man muss keine Elektrofachkraft sein, man muss kein Verständnis haben für Schaltpläne oder ähnliches sondern man bekommt Schritt für Schritt angezeigt wie beispielsweise eine Klemmleiste aufgebaut werden muss mit wie viele Komponenten welche Stückzahl und ähnlich ist.

00:07:30: das ist im Grunde genommen wie Lego bauen.

00:07:32: Wie wird ja mal interessieren?

00:07:33: Das ist bei dir eher so als bei Fabian.

00:07:37: Weil du viel bei Kunden bist, wie ticken die Schaltschrankbauer?

00:07:40: Ich hab noch nie einen kennengelernt!

00:07:42: Ja, unterschiedlich würde ich erst mal sagen.

00:07:45: viele kommen halt wirklich aus dem Handwerk.

00:07:48: das heißt da ist noch dass sie wollen eigentlich alles machen.

00:07:50: das ist auch ein bisschen was denen vielleicht entgegen steht oder wo auch so ein bisschen wir als Psychologen auch gefragt sind Weil wenn wir denen jetzt sagen, da ist ein Tablet oder da leuchtet irgendwas und dann musst du nur noch hingreifen.

00:08:01: Wenn es da leutet, dann sagen die ja.

00:08:02: aber dafür habe ich doch nicht gelernt.

00:08:03: also ich bin hier eine absolute Fachkraft Ich kann den Schrank von vorne bis hinten bauen.

00:08:09: das heißt Da müssen wir so ein bisschen Überzeugung leisten und sagen Ja deine Kapazität ist auch nur begrenzt.

00:08:14: Und gerade wenn wir mehr und mehr Schränke bauen wollen Dann müssen wir halt diese Kapazitäten so gezielt wie möglich einsetzen Da müssen wir halt dran, das heißt da ticken die teilweise so ein bisschen.

00:08:24: Natürlich haben wir auch andere Unternehmen, die sehr viel größer sind wo auch schon Strukturen sind wie in Konzernen, wie bei Phoenix Contact und so weiter.

00:08:31: aber gerade dieser Handwerksbetrieb ist der stolz des Handwerkers, den man berücksichtigen muss zumindest dabei.

00:08:39: Und da braucht es so ein bisschen deinen belärenden Beratungsziel.

00:08:42: Du hast erzählt, du kommst aus einer Lehrerfamilie?

00:08:44: Ich kann da gut mitreden.

00:08:45: bei mir ist das genauso.

00:08:46: wir haben das ja irgendwie so das Belährende.

00:08:49: Das ist uns ja irgendwie wie gelegt oder?

00:08:51: Ja ich glaube schon ich hoffe dass es nicht allzu belehrend wirkt weil das sollte wahrscheinlich oder wird am Ende abschreckend sein.

00:08:59: Es ist glaube ich wichtig dass man sehr viel zuhört.

00:09:02: also was wir machen gerade am Anfang wenn die Mitarbeiter uns erzählen wie sie arbeiten dann müssen wir einfach zuhören Die richtigen Fragen stellen, weil der Idealfall ist ja immer so dass die selber auf Ideen kommen.

00:09:12: Also selber auf Lösungen kommen.

00:09:13: Wenn wir denen jetzt sagen ihr gebt bitte hier immer links rum dann werden sie sagen ne warum sollte ich?

00:09:18: Ich weiß nicht selber besser.

00:09:19: also müssen wir die ein bisschen kitzeln durch Fragen stellen damit die selber mal auf andere Wege kommen als wie das vielleicht in den letzten zwanzig Jahren gemacht haben.

00:09:27: Das stimmt.

00:09:27: Kommen wir mal, weil wir jetzt gerade von dem Beratungsstil gesprochen haben, der natürlich nett gemeint ist ja klar.

00:09:32: Du bist auch Musiker da kommen wir nämlich mal ein bisschen zu dir außerhalb vom Vönigs Kontakt.

00:09:36: Genau, ich bin in so einer kleinen zwei Mannband.

00:09:39: Das heißt wir sitzen gerne auf regionalen Bühnen und unterhalten die Leute ein bisschen.

00:09:44: auch das ist glaube ich etwas neben diesem Lehrergehen was man haben muss ein Berater sein dass man auch gern auf eine Bühne steht oder gerne vom Menschen steht.

00:09:52: also genau das ist etwas was ich mir zum Hobby gemacht habe.

00:10:00: Ich spreche heute nicht nur mit Christoph Martin, sondern auch mit Fabian Bertelsmeier über modularer Arbeitsplatzsysteme für die Schaltschrankbaubranche.

00:10:09: Haben eure persönlichen Erfahrungen eigentlich Einfluss auf das was hinterher bei Phoenix Contact entsteht?

00:10:14: Also auf das, was wir daraus machen?

00:10:15: Da frage ich dich jetzt mal Fabian weil Christoph hat es ja eben schon so ein bisschen erzählt.

00:10:20: Tatsächlich durfte ich auch mal eine Ausbildung zum Elektronika für Betriebstechnik absolvieren während meines dualen Studiums und ja, das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.

00:10:28: Auch in der Praxis im Grunde genommen die Sachen aufzubauen und in den Betrieb zu nehmen, die Funktion zu sehen.

00:10:34: Das heißt du kannst es ja auch gut nachvollziehen was da die Anforderungen sind?

00:10:37: Was da auf die Leute zukommen, was sie machen müssen?

00:10:39: Ja definitiv!

00:10:40: Und vor allem welche Tätigkeiten extrem zeitraum sind und auch nervig.

00:10:44: Jetzt ist deine Ausbildung deiner Praktische ja das eine.

00:10:47: Du sagst aber, du hast ein duales Studium gemacht und hast dir auch da wissenschaftlich dich mit dieser ganzen Thematik auseinandergesetzt jetzt nicht nur im Studium sondern auch später noch.

00:10:56: es gibt hier eine sogenannte Schaltschrankbaustudie an der du ja auch beteiligt

00:11:00: bist?

00:11:00: Genau also in die Rohuniversität.

00:11:02: Bochum hat für uns eine Schaltsschrankbausstudie durchgeführt und hat in Deutschland fünfzig Schaltsrangbauer befragt zu unterschiedlichsten Themen gebieten

00:11:12: Und da ist was rausgekommen?

00:11:14: Eine Vielzahl.

00:11:16: Das würde den zeitlichen Rahmen sprengen, wenn wir jetzt

00:11:18: hier ... Ein paar Kernergebnisse

00:11:21: sagen.

00:11:21: Vieles hat das Bauchgefühl, was man noch mal untermauert und einen Marktwissen aufgebaut hat.

00:11:29: Manche Daten erschrecken auch, wie viele Schaltschrankbauer Medienbrüche haben.

00:11:37: vom Engineering in die Produktion geht, wie viel dort mit Papier tatsächlich noch gearbeitet wird.

00:11:42: Dort werden Änderungen in Papier eingetragen und dann wieder reverse engineered zurück ins Engineering.

00:11:48: also das ist schon wirklich erschreckend was da eben auch ja an Verschwendung im Grunde genommen herrscht.

00:11:53: Ja, das Thema Digitalisierung ist glaube ich auch ein ganz großes in der Branche.

00:11:57: Du hast es ja gerade schon gesagt dass da noch viel auf Papier gemacht wird, das ändert sich aber oder?

00:12:01: Das ist tatsächlich mit einer der größten Trends für die Schaltschrankbauer und die größte Herausforderung gleichzeitig.

00:12:06: Die müssen mehr digitalisieren damit sie effizienter werden können um halt eben auch Werkeassistenzsysteme oder auch Automatisierung einsetzen zu können weil das ist die Basis dafür, dass man vernünftige Daten hat um das zu tun.

00:12:18: Und das ist eine sehr große Herausforderung für die Schaltschrankbauer, die dort tagtäglich an den Datenqualitäten kämpfen und Ähnliches.

00:12:26: Welche Erkenntnisse gibt es noch?

00:12:28: Ich denke gerade an diese fünfundhalb Millionen Schaltschenke, die weltweit bis zum Jahr zwei Tausend Dreißig gebraucht werden – das ist ja eine Menge!

00:12:35: Wenn man sich überlegt, dass es vielleicht auch gar nicht so viele Schaltsschrankbauer weltweit gibt ...

00:12:39: Ja.

00:12:40: Es gibt schon viele Schalschrank-Bauer in Deutschland sind ca.

00:12:43: fünftausend an der Stelle.

00:12:45: also es gibt viele, die sich damit beschäftigen.

00:12:47: mit der Thematik Ja, was auch in aller Munde ist das Thema Energiewende All Electric Society und man muss sich da vor Augen führen dass ohne Schaltschränke dieses Thema überhaupt gar nicht möglich ist.

00:12:56: Weil wir müssen immer entweder Energie wandeln, wir müssen steuern oder ähnliches.

00:13:00: eigentlich brauchen überall Schaltschenke.

00:13:03: Das ist ja ein Fundament dafür.

00:13:05: Es werden noch nicht weniger gebraucht werden.

00:13:07: also es ist jetzt nicht so, dass man sagt im Zwei-Tausen-Dreißig haben wir alle gebaut und dann ist gut?

00:13:12: Auch gerade so das Riesenthema.

00:13:13: aktuell ist auch das Datacenter.

00:13:15: Also, wir brauchen riesige Data-Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Ähnliches.

00:13:20: Und die brauchen Unmengen an Energie und eben auch Steuerungsintelligenz, dass das überhaupt

00:13:24: funktioniert.".

00:13:25: Das macht's ja auch spannend für Phoenix Contact Christoph oder?

00:13:28: Genau ich glaube es ist halt ein Markt für die Zukunft der jetzt nicht kleiner wird wie wir gerade gesagt haben sondern der weiter wächst und weiter neue Herausforderungen immer wieder mit sich bringt.

00:13:38: also diese Herausforderung Nicht nur, dass wir die Kapazitäten schaffen.

00:13:43: Dass wir das ganz effizient machen und wenn man jetzt mal auf Deutschland gucken, auch mit den Weltmärkten mithalten können?

00:13:50: Ich will noch einmal ein kleines Buch, aber den mache ich extra weil wir haben ja noch gar nicht so richtig über dich Fabian gesprochen.

00:13:56: Den gibt es ja auch außerhalb von Phoenix Contact.

00:13:58: Du hast in der Praxis viel gemacht.

00:14:02: Bist du zu Hause auch so ein Praktiker?

00:14:04: Ja, tatsächlich bin ich ein Heimwerker zu Hause mit meinen Kids.

00:14:07: Bin auch häufig am Basteln aus Holz diverse Sachen und Ähnliches.

00:14:11: also Ich mag es sehr gerne mit den Händen irgendwas zu bauen und ja zu machen.

00:14:15: Was ist immer ein Beispiel?

00:14:17: Du sagst aus Holz kann ihr alles mögliche so

00:14:19: das geht von Außenküche Bauen oder ähnliches Keller ausbauten.

00:14:23: ich habe auch ein älteres Haus komplett kernsaniert Also da war schon einiges an Tätigkeiten.

00:14:29: Das macht ja auch Spaß.

00:14:29: machen viele Kollegen bei Phoenix Contact dass sie selber bauen du auch?

00:14:34: Ich habe die handwerklichen Nichtfähigkeiten von meinem Lehrervater geerbt, also sag ich mal nein.

00:14:43: Fabia Mertitzmeier und Christoph Martin im Podcast elektrisiert.

00:14:47: Lass uns noch einmal zurückgehen zum Arbeitsplatz für die Schallschrankbauer.

00:14:50: wir haben eben schon gehört ihr habt aus Pappe gebaut aus Metall aus Kunststoff.

00:14:55: es ist ja aber trotzdem so dass ein Kunde von außen vielleicht sich das gar nicht vorstellen kann.

00:15:00: was heißt das denn?

00:15:01: wie sieht denn so'n idealer Arbeitsplatz aus wo ich in welche Richtung ich sofort greifen muss.

00:15:06: Gibt es eine Möglichkeit, sich so was anzugucken?

00:15:09: Ja, da gibt es mittlerweile Möglichkeiten.

00:15:11: Früher war's vielleicht nur auf der Messe einmal im Jahr, wo man sich Inspiration holen konnte.

00:15:17: Wir haben vor einigen Jahren in Landsberg ein erstes Applikationscenter aufgebaut.

00:15:22: D.h.,

00:15:22: dort haben wir mal einen wenig den Schaltschrankbau der Zukunft aufgestellt d.h.

00:15:29: U-Format, wir nennen es auch Bummerrang haben die einzelnen Arbeitsplätze.

00:15:32: Die man für den Schaltschrankbau nutzen kann von der Logistik über das Schneiden mechanische Bearbeiten Montage bis zum Verdraten.

00:15:40: und dieses Application Center haben wir damals in Landsberg angefangen um mit Kunden einfach in so einem Termin mal zu diskutieren.

00:15:46: was ist vielleicht die passende Lösung für die?

00:15:49: Was können sie bei sich auch einsetzen und haben jetzt mittlerweile auch ein application center hier im Blomwerk aufgebaut und laden da auch gerne Kunden ein uns gemeinsam in die Diskussion zu gehen und mal dort langzuschauen.

00:16:00: Das ist ja auch nicht in einer halben Stunde erledigt, ne?

00:16:03: Ihr plant da schon so ein ... fast einen ganzen Tag ein für so'n Besuch von Kunden.

00:16:07: Genau!

00:16:07: Gerade wenn wir Kunden hier nach Blomberg einladen dann bietet sich es natürlich an auch mal das Werksgelände sich anzugucken den All Electric Society Park dem wir hier haben aber dann natürlich auch wirklich einen langen Termin im Application Center zu machen Nicht nur sie sich die Lösung anzuschaut sondern viel drüber zu diskutieren und mal sowieso in die Konzeptphase einzusteigen.

00:16:25: Und dann springt der Funke über.

00:16:28: Das kann man so sagen, genau!

00:16:29: Weil das ist eigentlich das Beste was man machen kann wenn man nicht nur beim Kunden im Besprechungsschimmer sitzt und mit denen vielleicht gemeinsam über Preislisten oder Kataloge guckt sondern wirklich am Ort des Geschehens ist weil da ist es am einfachsten zu überlegen was jetzt ja nicht so Schritt.

00:16:42: Wollen wir in einem Projekt einsteigen?

00:16:44: Ist das vielleicht ein passender Arbeitsplatz?

00:16:46: wie geht's weiter?

00:16:47: Das klingt so, als wären wir bei dieser individuellen Geschichte für jeden Kunden einzeln.

00:16:52: Aber Fabian, das gibt auch Kunden, die kommen rein und sagen ... So will ich's haben?

00:16:57: Genau!

00:16:58: Tatsächlich gibt es das auch.

00:17:00: Wenn ich Christoph einmal ergänzen darf, ist es am interessantesten, wenn man mit den Kunden diese Storyline durchspricht im Applikation-Center und sie dann einfach reflektieren lässt.

00:17:11: Man kommt in Diskussionen rein und merkt halt, dass die Leute Ihre jetzige Situation mit dem vorgezeigten Application-Centerprozess im Vergleichen.

00:17:21: Und die wissen in der Regel ziemlich genau, wo der Schuh drückt und sie kommen halt eben auch mit neuen Ideen und ähnliches.

00:17:27: Das ist eigentlich am interessantesten.

00:17:29: den Leuten dann einfach wie du eben schon gesagt hast Christoph einfach zuzuhören an der Stelle.

00:17:33: Es gibt auch die Leute, die dann einfach auch kommen eine Lösung sehen und sagen dass das was ich brauche.

00:17:42: Entsteht aus so was dann quasi auch eine Serie von Modularen?

00:17:47: Ja.

00:17:47: Ich hab da was ganz Bestimmtes im Sinn, das hat ja auch einen Namen hier bei uns.

00:17:51: Tatsächlich zum Beispiel bei uns heißt es die Clipix Basic Line und das sind halt sehr viele Arbeitsplätze, die im Grunde genommen aus ganz vielen Konsalting-Projekten entstanden sind.

00:18:00: Die haben wir uns angeguckt und dann haben wir gesagt, oh diesen Bedarf haben eigentlich sehr viele Kunden nach einer standardisierten Lösung und haben da bewusst ein Katalogitartikel ausgemacht

00:18:11: oder andersrum eben, Christoph bei dir.

00:18:13: Ist es dann so ... dass man individuell guckt und sich da was überlegt?

00:18:18: Genau also klar die Möglichkeit zu sagen genau so möchte ich's haben.

00:18:21: Die haben wir immer wenn wir im Application Center sind.

00:18:23: aber gerade wo der Kunde sagt ja ich möchte das ein bisschen anders haben, bisschen größer, bisschen länger, bisschen drehbar was auch immer Dann sagen wir das ist kein Problem.

00:18:32: Genau dafür haben wir das Consulting mit dir zu überlegen.

00:18:34: wie kannst du eine individuelle Lösung ausschauen

00:18:37: So oder so?

00:18:38: Es hat irgendwie Ähnlichkeiten mit unserem Möbelhaus Aber es hat auch Unterschiede, weil so eine eins zu eins Beratung ist da ja bedingt vielleicht möglich.

00:18:46: Oder wie seht ihr das?

00:18:48: Ja ich glaube, vielleicht muss man im Möbelhaus manchmal nach dem Verkäufer suchen der einen berät.

00:18:53: wir versuchen sehr proaktiv mit den Kunden in die Beratungen zu gehen und zu überlegen was ist der passende Artikel die passende Lösung für den Kunden Und was halt immer uns wichtig ist.

00:19:03: am Ende muss es etwas sein was die Effizienz steigert.

00:19:05: Das ist vielleicht der Unterschied zum schwedischen Möbel Haus Die vielleicht mehr Dekoration machen.

00:19:10: Wir gucken wirklich hundertprozentig auf Funktion und auf Effizienzsteigerung bei den Kunden.

00:19:16: Ist das eigentlich so ein typisches Phönix-Kontaktgeschäft, was ihr da macht?

00:19:20: Oder ist es einfach unsere Komponenten, unsere Lösungen sind ja mit drin irgendwie ein Stück weit?

00:19:26: Ja natürlich sei ich jetzt mal die Werke aus Assistenzsysteme oder ähnliches, sind dafür da um Klemmenleisten zu bauen.

00:19:33: Und da verbauen wir Phönigs... Komponenten, Reinklemmrelease oder ähnliches.

00:19:39: Aber es ist natürlich nicht das typische Geschäft für Phoenix Contact, dass wir Möbelstücke für den Shop für die Werkstatt verkaufen.

00:19:47: Das ist schon was Besonderes für Phoenix.

00:19:49: Aber was Schönes besonderes?

00:19:50: Ja genau ich habe den Eindruck Entschuldigung, ich glaube der Eindruck, dass ihr da ziemlich Spaß dran habt.

00:19:56: ja gerade weil man halt so tief in dieser Kundenprozesse einfach reinschauen kann, was ja vielen vielleicht auch nicht so möglich ist.

00:20:03: Weil sie hier aus Blomberg heraus oder wo auch immer an den Standorten Lösungen überlegen die hoffentlich passend für die Kunden und wir sind halt auch die Produktmanager mit den Arbeitsplätzen sehr tief in diesen Kunden Prozessen drin.

00:20:14: und das macht natürlich Spaß, weil es dann erstmal eine Abwechslung ist und man hat auch die ganze Zeit das Gefühl Es sind die Probleme lieber beim Kunden damit lösen daran.

00:20:23: Das Interessante ist wirklich vor Ort beim Kunden zu sein, den zuzuhören und auch zu sehen wo der Schuh drückt.

00:20:30: Und dort eben auch Lösungen zu entwickeln gemeinsam mit den Konsultinkollegen zum Beispiel auch was einfach dem Kunden wirklich hilft.

00:20:38: Einfach seinen Effizienz zu steigen eine bessere Ergonomie zu haben oder ähnliches.

00:20:42: das ist wirklich schon cool wenn man dann positives Feedback bekommen von den Produkten die später am Markt sind.

00:20:48: Das ist echt wirklich sehr toll!

00:20:50: Und dass es Angebot oder der Besuch in den Application-Centern ist auch sehr gefragt.

00:20:54: Genau, wir sind zwar erst dieses Jahr damit gestartet und sind noch ein bisschen im Aufbau.

00:20:58: Wir werden das so Mitte des Jahres richtig eröffnen für uns aber wir sehen jetzt schon dass da ein großer Zulauf da ist also das gerne Leute aus dem Vertrieb mit Kunden zu uns zu Besuch kommen und mit uns gemeinsam im Application Center rein sind.

00:21:12: Dieses Application Center gibt es ja übrigens nicht nur in Landsberg und in Blombeck, sondern auch international.

00:21:17: Wir haben in Polen, in Schweden...

00:21:18: Genau!

00:21:19: Brasilien, Kanada.

00:21:21: das heißt wir haben glaube ich aktuell zehn Application Center die im Moment stehen und die werden weiter wachsen weil wir einfach gesehen haben dass ist ein super Zugang zu den Kunden.

00:21:29: deswegen ist diese Idee Application Center etwas was glaube ich jetzt noch sehr viel in den nächsten Jahren aufgebaut wird

00:21:36: Und damit sind wir am Ende dieser Folge von Elektrisiert.

00:21:40: Wir haben gehört, wie viel Expertise und Leidenschaft und manchmal auch Improvisation- und Bastelkunst im Schaltschrankbau steckt – alles so, wie es für jeden einzelnen Schaltsschrankbauer passt!

00:21:52: Christoph Martin und Fabian Bertelsmaier haben gezeigt, warum moderne Arbeitsplätze mehr können müssen als nur gut auszusehen….

00:22:00: Sie sollen führen, entlasten und Effizienz schaffen ohne dabei den Menschen aus dem Blick zu verlieren.

00:22:07: Gleichzeitig haben wir erlebt dass Schaltschrankbau auch das technische Fundament für Energiewende und Digitalisierung ist – belegt wird das durch eine große Schaltsschrankbaustudie übrigens.

00:22:18: deren dritter Teil erscheint jetzt passend zur Hannover-Messe.

00:22:22: Zum Schluss will ich noch eins sagen zum Thema Effizienz im Schaltschrankbau.

00:22:26: Wer hier einmal gebaut hat, der sortiert auch zu Hause seine Socken-Schublade effizienter!